Potenziale heben – Innovationen leben: Unternehmung Gesundheit.

Bereits zum achten Mal traf sich die Gesundheitsbranche aus ganz Deutschland in Kiel zum Kongress „Vernetzte Gesundheit“. Anderthalb Tage lang diskutierten die mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, wie man die Potenziale der Gesundheitswirtschaft heben kann, wie Innovationen lebendig werden können oder kurz und knapp: wie die „Unternehmung Gesundheit“ erfolgreich wird. Im Mittelpunkt standen dabei zum einen die Frage, wie die Gesundheitswirtschaft ihre Rolle als gesellschaftlicher Treiber noch stärker wahrnehmen kann, und zum anderen das Thema Fachkräftesicherung und Arbeitsbedingungen in der Gesundheitswirtschaft. 

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer brachte die Rolle der Gesundheitswirtschaft auf den Punkt: „Wer heute Gesundheit nur als Kostenfaktor sieht, hat die Bedeutung der Branche nicht verstanden. Gesundheit ist ein Wachstums- und Beschäftigungsmotor, der einen nachweisbaren Beitrag zur Wertschöpfung leistet. Gesundheitsausgaben sind Investitionen in die Zukunft.“ Diese Sichtweise prägte den Kongress „Vernetzte Gesundheit“.

Das Thema Digitalisierung ist in der Gesundheitswirtschaft angekommen. Tenor des Kongresses: Digitalisierung bringt neue Chancen für Gesundheitsvorsorge, Diagnose und Behandlung. Sie kann in der ambulanten und stationären Versorgung ein zentrales Instrument sein, um Abläufe zu verbessern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Routinetätigkeiten zu entlasten sowie Grenzen beispielsweise zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu überwinden. Aber es muss auch noch viel passieren. Da kann dann auch mal ein Blick in europäische Nachbarländer inspirieren, beispielsweise wenn es um Rahmenbedingungen oder Umsetzungen geht.

Neu auf dem Kongress: das Voting. Über die Kongresswebseite konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu jeder Veranstaltung schlaglichtartig ihre Meinung äußern. Eine Frage lautete unter anderem: „Welches ist die vordringlichste Maßnahme, damit die Gesundheitswirtschaft ihr Potenzial voll nutzen kann?“ Die Antworten geben einen Hinweis auf die Herausforderungen der Zukunft: 35 Prozent sahen die Verständigung aller Akteure auf gemeinsame Schwerpunkte und eine gemeinsame Strategie als am wichtigsten an, gefolgt von 27 Prozent für die Forderung, die Digitalisierung voranzutreiben. 

Diesen Themen wird sich die Gesundheitswirtschaft auch im echten Norden widmen. Oder um noch einmal Minister Reinhard Meyer zu zitieren: „Wir wissen, dass großes Engagement aller Beteiligten und ein gemeinsames Vorgehen notwendig sind, damit die Gesundheitswirtschaft die Rolle als gesellschaftlicher Treiber erfolgreich gestalten kann – im Interesse der Patientinnen und Patienten, aber auch für Beschäftigung und Wertschöpfung in unserem Land.“